Unverpackt einkaufen geht (fast) überall

Mit leuchtenden Augen lese ich jeden kleinen Beitrag und jede Meldung, bei der es darum geht, dass ein neuer Laden aufmacht, der das Unverpackt-Konzept umsetzt. Aber es ist auch sehr spannend, zu versuchen, in einem „normalen“ Einkaufsumfeld auf Verpackung zu verzichten. Jeder kleine Erfolg motiviert mich, weiter zu machen. Ich habe daher die Erfolge der letzten beiden Wochen einmal in Bildern festgehalten.

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In meinem Bioladen gibt es lose Oliven, und man überhaupt kein Problem damit, diese in mein mitgebrachtes Glas zu verpacken. Der Bon und ein Stück Tesafilm muss trotzdem sein, aber den gäbe es ja ohnehin. Den Einwegkunststoffbecher (der dazu noch meistens nicht dicht ist) habe ich jedoch eingespart und konnte meine Oliven zuhause gleich in den Kühlschrank stellen.

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Bei Lidl (!!) gibt es lose salzige Mandeln und ungewürzte Cashewnüsse. Ich habe sie mir dort einfach in mein mitgebrachtes Säckchen gefüllt anstatt in die bereitliegenden Plastiktüten. An der Kasse dann folgende Szene: Die Verkäuferin greift sich den Beutel (ich hatte ihn leicht geöffnet gelassen, damit sie sieht, was drin ist) und stockt. Zuckt, greift nach rechts zu der Rolle Plastikbeutel, will einen abrollen… ich: „Nein! Keinen Beutel – den möchte ich doch gerade vermeiden“. Sie sieht mich an und sagt: „Aber wenn ich das jetzt wiege, dann müssen Sie doch das Gewicht von dem Beutel mitbezahlen“. Ich danke ihr für den netten Gedanken und sage, dass das nichts macht. Sie ergänzt dann noch „Ich hätte es Ihnen danach auch wieder in den Beutel gefüllt“. Ich fand das nett und absurd zugleich.

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Bei Edeka die losen Champignons einfach in den Beutel gefüllt (genau wie die Kirschtomaten, die aber ohne Bild). Entgegen der Aussage des Chefs vor einiger Zeit hat bislang noch keiner irgendetwas gesagt.

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Das ist Kräutertee. Wir waren in unserem Laden und mein Mann sagte, dass ich vom Einkaufen doch bitte Anis-Fenchel-Kümmel-Tee mitbringen möge, da er Magenschmerzen habe. Ich wollte ja nun auf keinen Fall Teebeutel oder verpackten Tee. Also habe ich ihn schnell unsere Brotdose auswaschen geschickt (was anderes hatten wir nicht da) und ich bin die 150 Meter zum Teeladen gegangen. Ohne mit der Wimper zu zucken wurde mir der Tee nach dem Abwiegen da hinein gefüllt.

Fazit: Man muss es nur einfach machen! Bislang hat niemand etwas negatives zu mir gesagt oder mir das Gefühl gegeben, ich sei „komisch“ oder „anders“. Meine Behälter und Beutel wurden ganz normal behandelt, und das in ganz normalen Einkaufsumgebungen. Ich bin ein bißchen stolz und es hat vor allem gezeigt, dass alles eine Frage der Gewohnheit ist. Man muss nur manchmal um die Ecke denken!

Kategorien: Einkaufserlebnisse, Verhaltensänderungen | 5 Kommentare

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5 Gedanken zu „Unverpackt einkaufen geht (fast) überall

  1. Das stimmt, einfach machen hilft meistens 🙂 (wobei mir hin und wieder leider die Energie dafür fehlt).

    Dein Mandelerlebnis erinnert mich daran, dass eine Bioladenverkäuferin mal kurz davor war, Winterpostellein mit der Hand aus meinem Beutel auf die Kasse/Waage zu legen, um den Beutel nicht mitzuwiegen – nett gemeint, aber ich hab dankend abgelehnt 😀

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  2. Hallo. Super, dass du das einfach durchziehst! Weiter so! Ich habe bisher auch nur positive Reaktionen auf meine Säckchen, diee alleerdings durchsichtig sind- mit Stoffbeuteln hatte ich zuvor mehrmals Diskussionen. in unserem Bioladen wird leider gar nichts in mitgbrachte Gefäße gefüllt…
    Ich würde mih übrigens freuen, wenn du mit deinem Beeitag zu unserer Bloparade rüber hüpst- die tollen Ideen dürfen gerne weiter verbreitet werden, denn leider gehen nach wie vor die wenigsten mit eigenen Beuteln einkaufen!
    https://gruenezwerge.wordpress.com/2015/04/11/grune-blogparade-einab/
    Viele Grüße von der Zwergenmama

    Gefällt 1 Person

  3. Hallo Katja!

    Mit der Zeit wird man richtig erfinderisch, wie man doch etwas ohne Verpackung einkaufen kann. Und irgendwann gewöhnen sie sich dann daran.

    Zuletzt hatte ich ein lustiges Erlebnis beim Käse kaufen. Der Verkäufer war ganz entsetzt, als ich 2 Sorten in eine Dose gemeinsam verpackt haben wollte. „Aber da nehmen die doch den Geruch an!“

    Da kommt wieder der Liebhaber durch. Mit Dose hatte er kein Problem, aber mit 2 x Käse in einer Dose wohl, weil das schmeckt dann nicht mehr so gut. *lach*

    lg
    Maria

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  4. Selbst wenn man ab und an seltsame Blicke zugeworfen bekommt, gewöhnen sich die Leute daran. Bei meinen Stammgeschäften greifen die Verkäufer mittlerweile schon instinktiv nach meinem Stoffbeutel oder mitgebrachtem Glas anstelle der Plastikalternative. 🙂

    Alles Liebe,
    Philipp

    Gefällt 1 Person

  5. Da hast du aber gute Erfahrungen gemacht! War bei mir letztens nicht so.
    Normalerweise haben Bäcker ja keine Probleme mit Stoffbeuteln (in unserer Region jedenfalls nicht). Aber die Verkäuferin hat mich angesehen, als wäre ich ein ekliger Käfer. Ich wollte sie aufhalten, meine Brötchen in eine unnötige Papiertüte zu tun, sagte „bitte gleich hier rein“, aber sie hat nur stumm den Kopf geschüttelt. Das hat mir den ganzen Tag versaut.
    Ein andermal verstand die Verkäuferin wohl den Sinn der Worte „gleich auf die Hand“ nicht. Habe dann demonstrativ die Papiertüte gleich wieder entfernt… Hätt ich nicht etwas essen müssen, ich hätte wohl dankend abgelehnt oder wäre wortlos gegangen.
    Dass sie mir meine Bitte nicht erfüllen können (oder eher: wollen) muss ja nicht gleich heißen, mich unfreundlich zu behandeln. grummel

    Aber abgesehen von solchen Ausrutschern gibt es sehr viele Lichtblicke. Wenn ich auf dem Markt Frischkäse in meine dichten Dosen abfüllen lasse, muss ich auch immer noch 2 Sätze zur Erklärung sagen, warum ich da keine Plastetüte mehr drum brauche. Ist ja auch irgendwie süß, dass die Verkäufer sich um den Inhalt meiner Tasche sorgen. Mein Standardsatz dazu: „Auf meine Verantwortung, bitte keine Tüte!“ 😀
    schönen Abend,
    die Müllvermeiderin

    Gefällt 1 Person

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