Weniger Abfall auf Reisen

bärensee

Wir waren im Juni drei Wochen in Kanada und haben einen Traumurlaub genossen. Neben der fantastischen Natur, einer Alaskakreuzfahrt, der genialen Stadt Vancouver, einem Hundebiss, einem geschrotteten Auto (das war jetzt nicht wirklich abfallarm..sondern ein blöder Unfall) und einer Leiche in einem Canyon (die wir gesehen haben, als sie wieder aufgetaucht ist.. der Verrückte war kurz zuvor gesprungen, weil er sich abkühlen wollte schrieb die Zeitung später…) habe ich natürlich auch ein besonderes Augenmerk auf Müllvermeidung gehabt. Mir ist klar, dass wir nicht auf alles verzichten wollen, aber ich bzw. wir haben uns bemüht. Mit im Gepäck waren meine Klean Kanteen Flaschen, ein Messer, Geschirrhandtuch sowie ein Einkaufsbeutel. Vergessen hatte ich leider eine Aufbewahrungsdose, so dass wir uns eine Plastikdose kaufen mussten (für geschnittene Äpfel, Fudge und andere Leckereien). Wir haben es zwar nicht ganz geschafft, kein Wasser zu kaufen, aber im ganzen Urlaub insgesamt glaube ich nur 4 Flaschen. Ansonsten gab es Leitungswasser, das ging auch!

flascheKanada ist einfach unglaublich schön, auch wenn wir nur einen kleinen Teil gesehen haben. Diese Natur ist unbeschreiblich und das kommt von jemandem wie mir, die eigentlich überhaupt kein großer Naturliebhaber ist. Also natürlich mag ich die Natur, aber ich bin nicht so ein „wir wandern jedes Wochenende und zelten etc.“ Typ. Aber in Kanada? Da hätte ich mir am liebsten ein Zelt gekauft und wäre geblieben.. Wir sind mit dem Auto von Edmonton nach Vancouver durch Nationalparks gefahren und dann haben wir noch eine Alaska-Kreuzfahrt gemacht. In Alaska haben wir zwei Gletscher besucht und einen sogar beim kalben zugesehen. Das Abbrechen eines Stückes war gleichzeitig beeindruckend und schrecklich  -denn plastischer kann sich die Erderwärmung nicht darstellen. Uns wurde berichtet, dass die Gletscher jedes Jahr um mehrere Meter zurück gehen – das ist schon erschreckend und besonders eindrücklich, wenn man da steht und einem die Ranger zeigen, bis wo das Eis noch im letzten Jahr ging. Das hat mich noch mehr bestärkt, so „Grün“ wie es mir möglich ist, zu leben.

eisscholle

Ich war natürlich total gespannt, ob ich irgendwo BulkShopping entdecken würde.. und tatsächlich, einige 100 Meter neben unserem Hotel in Vancouver gab es einen WholeFoods Markt. Soooo toll! Ich habe mir als Souvenir einen BulkBeutel und einen kleinen Onyx-Container (die kommen auch aus Kanada) gekauft. Davon habe ich sehr viel mehr als von irgendeinem Nippes.

bulkshopping

Ich war auch sehr gespannt darauf, ob in den Hotels, die wir gebucht hatten, beim Essen und im Zimmer sehr viel Einwegmüll sein würde. Aus den USA hört man ja zum Teil Erschreckendes… selbst etwas bessere Hotels sollen auf Frühstücksbuffets Styroporteller etc. hinstellen. Aber Kanada (zumindest die beiden Provinzen, die ich bereist habe), sind da total fortschrittlich. Selbst Milch für den Kaffee kam fast ausschließlich in kleinen Kännchen auf den Tisch. Geschirr war (außer in einem Fast-Food Restaurant) immer Mehrweg. Eine weitere tolle Sitte ist, dass man immer kostenlos Wasser auf den Tisch gestellt bekam. Leitungswasser ist in Kanada umsonst und wird daher immer gereicht. Oft in schicken Karaffen direkt auf den Tisch oder es wurde eingeschenkt aus großen Karaffen. Und bei einem Frühstück waren die Trinkgläser sogar Mason Jars. Ich war im Himmel ..

frühstück

Kreativ waren auch die Betreiber dieses Fischstands.. dort gab es vor Ort frisch gefischten Fisch, natürlich sehr gesund paniert und frittiert und so unglaublich lecker! Kreativ war die Art, wie sie das „FastFood“ (auf das man wegen des irren Andrangs locker 30 – 45 Minuten gewartet hat, aber das Warten hat sich gelohnt) serviert haben. In asiatischen Bambuskörben, die nur mit einer Lage Backpapier ausgelegt waren. Die Ketchupbehälter waren ebenfalls aus Papier. „Blöder“ Müll waren nur die Dose und die Gabel – aber manchmal möchte man eben auch was anderes trinken als nur Wasser.. Und ab und zu kann ich damit gut leben.

fish

Besonders toll war ein Markt auf Granville Island. Ein überdachter Wochenmarkt mit ganz vielen tollen Ständen. wie begeistert ich war, sieht man wohl an meinem Gesicht …

markt

Ein weiteres Highlight gab es am Flughafen in Vancouver – neben den Trinkwasserspendern, aus denen man direkt trinken konnte, gab es auch einen, an dem man seine Flaschen füllen konnte. Und dann sieht das auch noch aus wie eine deutsche Firma… warum gibt es die hier wohl nicht? Zumindest habe ich hier noch nie so einen in Live gesehen.

wasserspender

Dieser Urlaub war trotz aller Katastrophen (siehe ganz oben) so genial dass ich immer noch ein seeliges Grinsen im Gesicht habe, wenn ich die Bilder ansehe. Ich muss unbedingt noch einmal zurück!

Kategorien: Reisen | Ein Kommentar

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Ein Gedanke zu „Weniger Abfall auf Reisen

  1. Das klingt ja echt toll! Finde es Super wie ihr das beste daraus gemacht habt, in Bezug auf den Müll und auch in Bezug auf die Katastrophen 😉 Wenn man einmal eine Grüne Einstellung hat, dann ändert sich eben im Urlaub auch nichts daran. Wir sind demnächst eine Woche Campen in Frankreich, ich bin mal gespannt was uns da so widerfährt und wie das dort so mit dem Müll sein wird. Wir geben wie immer unser bestes Plastikmüll zu vermeiden.

    PS: Das mit dem Alaska-Trip ist wirklich erschrceckend. Bei mir persönlich ist der Klimawandel immer im Kopf, aber ich glaube dir, dass es schon noch einmal etwas anderes ist, wenn man es vor dem eigenen Auge sieht.

    Viele Grüßee

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