Experiment Aldi

Gleich nach unserem Urlaub wurde mein Mann krank. Nichts sehr schlimmes, aber immerhin ein Ausfall von zwei Wochen. Wer auch selbständig ist, weiß, dass ein Ausfall insbesondere in einem Ein- bzw. Zwei-Mann-Unternehmen immer teuer wird.. Gleichzeitig macht im August meine BioKiste Lieferpause, weil die Urlaub haben. Da das Geld im Moment also etwas sehr zusammen gehalten werden muss (wir haben Rücklagen, aber die sollen für extreme Notfälle sein), habe ich mich daher für ein Experiment entschieden.. ein Experiment, dass wahrscheinlich bei vielen meiner Leser auf absolutes Unverständnis stoßen wird. Ich werde einen Monat lang nur bei Aldi einkaufen. Ich habe mir drei Ausnahmen gesetzt: Getränke werden weiterhin nur in Pfandflaschen gekauft, Hackfleisch sofern ich es brauche, von der Frischetheke (ich mag das Abgepackte nicht) und Beeren werden auf dem Markt gekauft, da gerade Saison ist und die Saison ohnehin nur so kurz ist.

Nun werdet ihr sicher wissen wollen, warum… Ich sehe es neben dem Aspekt, dass wir diesen Monat so wenig wie möglich ausgeben wollen / können ein bißchen wie fasten. Ich habe mich in den letzten Monaten mit dem Thema Einkaufen / Herkunft der Lebensmittel / Ethik beim Einkaufen etc. so stark auseinandergesetzt, dass ich wirklich gestresst war. Ich bin zu mehreren Einkaufsstätten gefahren um alles so verpackungsarm wie möglich zu bekommen. Dort habe ich zum Teil wahlloser als sonst gekauft, wenn ich Neues und Interessantes gesehen habe. Dann gab es streßbedingt doch noch genug Einkäufe im Supermarkt, da hatte ich dann wieder ein schlechtes Gewissen. Ich habe das Gefühl, als muss ich mich komplett auf Null resetten. Und da dachte ich mir, ich kaufe einfach mal so wenig wie möglich und so günstig wie möglich. Ich muss dann nicht mehr ständig überlegen, wenn z.B. Senf alle ist, welcher es noch mal war, der auf Gen-Senf getestet war und wo ich den am ökolögischsten und besten kaufen kann. Das ganze macht mir echt Streß, meist stört mich das nicht aber in letzter Zeit hat es mich total genervt.

Ich habe Aldi gewählt, weil die von den Diskountern in meinen Augen am wenigsten Auswahl bieten (obwohl es immer noch genug ist, aber gefühlt nicht so wie Netto oder Lidl. Außerdem habe ich bei Aldi (Nord) nicht noch die mich vor Entscheidung stellenden Markenprodukte sondern nur deren Eigenmarken. Außerdem gibt es einen Markt, der direkt neben meiner Arbeit liegt, so kostet es so wenig Zeit wie möglich. Was es da nicht gibt, gibt es diesen Monat nicht.

Gleichzeitig möchte ich meine Vorräte reduzieren (passend dazu ist unser zweiter Tiefkühlschrank kaputt gegangen und wir kochen gerade recht kreativ..) und mal in  mich hineinhorchen, wie es mir geht, wenn ich entgegen dem, was ich in den letzten zwei Jahren so über die Lebensmittel gelernt habe, handele. Außerdem geht es mir ja vorrangig um das Vermeiden von Verpackungsmüll, ich bin kein 100% Plastikgegner und kaufe auch sonst nicht zu 100% Bio ein. Ich werde dieses Experiment also gleichzeitig dazu nutzen, zu testen, wie man das Einsparen von Verpackungsmüll auch in einem Discounter umsetzen kann. Denn eine Vielzahl der Menschen kann aufgrund des Einkommens nur im Discounter einkaufen und hat nicht die Wahl. Ich mache das freiwillig jetzt mal für einen Monat und werde sehen, wie es mir geht. Ich werde während diesen Monats darüber reflektieren, was ich überhaupt kaufen „muss“ – denn ich versuche, so wenig wie möglich zu kaufen und zu sehen, ob es Alternativen gibt, die man selber machen kann. Ich werde also jetzt nicht einen Monat lang Fertigessen kaufen, sondern im Gegenteil ganz minimalistisch einkaufen und das eben so billig wie möglich.

Stresst euch diese Vielfalt beim Einkaufen auch manchmal? Ich habe mal versucht, einfach alles bio zu kaufen, um mir die Entscheidung abzunehmen. Aber da macht mein Kopf nicht immer mit… die Preisunterschiede sind so enorm, das ich da manchmal mich nicht überwinden kann.. auch wenn mein Kopf weiß, dass es wahrscheinlich die bessere Qualität ist. Meine Traumvorstellung von meinen Lebensmitteln ist, nur noch ein Öl, ein Essig, eine Sorte Nudeln etc. zu haben. Wenn die alle ist, wird eine neue Sorte gekauft. So macht Bea Johnson es und ich finde das toll. Aber ich habe oft Rückfälle und meine dann, Auswahl haben zu müssen.

Ich hoffe die Gedankengänge waren jetzt nicht zu wirr und ihr bleibt mir treu 😉

Kategorien: Nachdenkliches, Uncategorized | 3 Kommentare

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3 Gedanken zu „Experiment Aldi

  1. Ich lebe hier in Schottland und habe meine weniger-Müll-Mission auch erst einmal im Supermarkt angefangen. Mir ist aber augefallen, dass bei uns im Aldi wirklich ALLES in Plastik verpackt ist. Wir gehen jetzt zu Lidl, und holen was übrigt bleibt in größeren Läden, wo wir auch Fleisch und Wurst an der Theke holen. Ich weiß nicht, wie es in Deutschland ist, aber hier sind Lidl & Aldi, bis auf den Verpackungsunterschied, genau dasselbe. Deswegen haben wir Aldi vorerst aufgegeben. Es ist aber schon möglich, größtenteils Verpackung einzusparen, auch im Supermarkt. Würde mich interessieren, wie du yo zurecht kommst! 🙂

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    • Hallo nach Schottland ! Ja, auch hier ist Lidl besser bei Obst und Gemüse. Und sogar Nüsse gibt es da ganz unverpackt. Nächsten Monat wähle ich wohl Lidl, da ich gleichzeitig auch ein pricebook aufbaue und Preisvergleiche machen werde.

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