Nix für mich….

Es ist nicht einfach, die eigenen Bemühungen nicht zu klein zu reden. Wenn ich mich im Internet so umsehe, dann sehe ich ganz viele Möglichkeiten, auf Plastik zu verzichen. Ich schwanke oft zwischen völliger Verzweiflung, nicht genug zu machen und trotzigem „ich will das alles auch gar nicht mitmachen“. Na ja, letztendlich habe ich in punkto Hygiene/Badezimmer vieles in den letzten Monaten ausprobiert und versucht, es gut zu finden. Aber heute sage ich mal ganz offen, das manches „nix für mich“ ist.

Deo ohne Aluminium: Ich weiß, ich weiß. Es ist schlecht für uns und auf einmal kommt jeder Deohersteller auch mit welchen, die ohne Aluminiumsalze auskommen. Ich habe ein konventionelles und eines von Weleda im Pumpzerstäuber (schweineteuer, fast 10 EUR!) ausprobiert. Aber Leute, ich sage euch – das halte ich nicht aus. Ich rieche wie ein Puma und kann mich selbst nicht leiden. Ich weiß, dass der Körper eine Umstellungsphase braucht, aber länger als 10 Tage habe ich es nicht ausgehalten. Ich nehme wieder normales Deo und fühle mich wohl. EDIT: Ich habe jetzt eines gefunden (bei aldi !!), das hat kein Aluminium und funktioniert bei mir trotzdem. Ist also zwar Müll, aber immerhin nicht gesundheitsschädlich).

Menstruationstasse: Ich habe sie mehrere Zyklen ausprobiert (allerdings nicht durchgehend) und ich komme einfach nicht klar damit. Siehe das Update weiter unten!! Wenn ich sie trage, muss ich alle paar Minuten zur Toilette, sie drückt irgendwie auf die Blase oder sonst wo drauf. Das Einsetzen ist auch nicht so easypeasy wie viele schreiben. Ich mag es einfach nicht. Vielleicht habe ich das falsche Modell, die falsche Größe, was weiß ich. Aber ich sehe auch nicht ein, noch einmal 30 EUR für eine andere auszugeben, nur damit die dann vielleicht auch nicht passt. Ich benutze wieder Tampons und bin zufrieden. Allerdings habe ich waschbare Slipeinlagen, die ich zusätzlich nehme, sozusagen als Schutz. Gegen Ende der Regel reicht sie auch so aus. So produziere ich wenigstens keinen Müll dafür. EDIT: Nachdem ich jetzt gehört habe, dass in Tampons große Rückstände von Glyphosat nachgewiesen wurde, werde ich mir fürs nächste Jahr vornehmen, es noch einmal mit Menstruationstassen zu versuchen. Vielleicht probiere ich ein neues Modell aus. Nochmal EDIT: Ich habe eine gefunden (Lunette) die besser zu mir passt und was soll ich euch sagen: es war supereasy und hat überhaupt nicht gestört. Ich habe bei meinem letzten Zyklus nicht einen Tampon gebraucht und somit keinen Extramüll produziert. Ich habe jetzt eine, die etwas kürzer ist und vor allem habe ich festgestellt, dass ich sie wohl immer viel zu weit rein geschoben habe, daher hat sie auch so gedrückt. Das Tragen war sehr angenehm und ich musste nach den ersten zwei Tagen nur noch morgens und abends wechseln / ausleeren. Kein Vergleich zu vorher!

Wattestäbchen: Ich nehme sie weiterhin, aber ich habe jetzt welche, die in der Mitte aus Pappe sind und nicht aus Plastik. Auch die Verpackung ist aus Papier mit einem kleinen Plastiksichtfenster.

Zahnpasta/Zahncreme: Viele machen diese ja selbst mit Kokosöl und Natron. Aber ganz ehrlich: meine Zähne sind ohnehin nicht die besten, und ich möchte nicht in ein paar Jahren denken „warum habe ich das nur gemacht“, falls es doch auf Dauer nicht so gesund ist wie jetzt alle meinen. Und ganz ehrlich? Eine Tube Zahncreme alle paar Wochen fällt nun wirklich nicht so ins Gewicht. Da kann man bei Lebensmitteln im täglichen Gebrauch mehr Müll sparen.

Zahnbürste: Holz- bzw. Bambuszahnbürsten, wahlweise mit Naturborsten oder Nylonborsten – es gibt alles. Ich habe eine ausprobiert, weil ich sie netterweise als Zugabe bei eine meiner kivanta Bestellungen geschenkt bekommen habe. Es war ok, aber mehr auch nicht. Sie war für mich zu weich (ok, ich könnte eine härtere nehmen), aber ich mochte auch das Gefühl von Holz im Mund nicht. Wir haben schon immer eine Zahnbürste von dm gehabt, bei der ich nur den Kopf auswechsle, der Griff ist schon ewig der gleiche. Ich spare daher den größten Teil des Mülls ein, der sonst beim Wechseln der Zahnbürste entstehen. Und der stolze Preis der erhältlichen alternativen Zahnbürsten überzeugt mich auch nicht wirklich. EDIT: ich habe jetzt eine mit mittlerer Härte und komme sehr gut klar damit. An das Gefühl von Holz im Mund habe ich mich gewöhnt und ich werde sie weiter benutzen.

Haarseife/Shampoobar: Ich habe sowohl welche von Lush (ganz am Anfang als ich noch  nichts von den bedenklichen Inhaltsstoffen wusste) als auch von einer Seifenmanufaktur ausprobiert. Ich habe feines und dünnes Haar, das ohnehin sehr problematisch ist. Und ich kam mit den festen Alternativen nicht zurecht. Von Lush hat meine Kopfhaut ganz furchtbar gejuckt. Von der Haarseife war mein Haar irgenwie strohig und pappig. Das habe ich nicht ertragen. Ich habe jetzt ein Shampoo von alverde (dm), Naturkosmetik und in einer Flasche, die zu 96% aus recycletem Kunststoff besteht. Damit bin ich zufrieden und fühle mich wohl in meiner Haut.

Kategorien: Nachdenkliches, Plastik- bzw. Müllfreier Ersatz | 13 Kommentare

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13 Gedanken zu „Nix für mich….

  1. Recht hast Du, ich kann Dich gut verstehen! Bei mir sind es andere Punkte als bei Dir, aber es gibt sie. Wer sich darüber aufregen soll, soll das tun. Ist mir wurscht 🙂

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  2. Finde ich gut dass du wenigstens dazu stehst und nicht klammheimlich vorgibst, der Öko-Engel zu sein. Mein Tipp ist, einfach weiter rumprobieren mit bestimmten Dingen (z.B. Deo gibt’s viele Möglichkeiten) und die Alternative wählen die DIR am besten passt.

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    • Hallo Annika, danke fur deinen Kommentar. Ich werde vielleicht nochmal etwas probieren, aber auf der ständigen Suche nach Alternativen Geld auszugeben und das Produkt dann zu entsorgen, weil es nicht gefällt ist auch nicht grad ökologisch..

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      • Stimmt! Ich hänge auch noch an meinem letzten Deo, das mir schon über 1 Jahr hält (habe einen Deo-Stick), und werde erst einmal das aufbrauchen bevor es zu neuen Abenteuern geht 😉 Man muss nur immer neugierig bleiben, es gibt viel mehr Alternativen als nur ’normal‘ und was auf anderen Blogs steht. (Dauert nur viel länger um es herauszufinden!!)

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  3. Hey Katja. Vielleicht hast du momentan einfach keine Lust mehr rum zu probieren, das kann ja auch anstrengend werden auf Dauer. Dann machst du jetzt eine Weile die Dinge wie du sie eben machst und hast in ein paar Wochen/Monaten vielleicht doch noch mal die Muße etwas neues auszuprobieren. Nur nicht den Kopf hängen lassen.

    Ich hab momentan dasselbe mit Bodylotion. Ich möchte gerne eine super lecker duftende, aber die gibt es alle nur in Plastik. Die reine Sheabutter, die es auch in Papierverpackungen gibt ist mir vermutlich nicht duftend genug und die letzte selbst gemachte war von der Konsistenz Perfekt, vom Duft aber Verbesserungswürdig…. deshalb werde ich mir noch einmal eine Body Butter selbst machen, mit ein paar anderen Zutaten. Das ist in der Anschaffung zwar teuer, aber hoffentlich auf Dauer eine gute Lösung für mich.

    Liebe Grüße

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  4. Hallo Katja,
    schön, mal zu hören, dass andere auch nicht immer so „hellauf begeistert“ sind…
    Zur Menstruationstasse hab ich gerade auch was geschrieben: Bei mir funktioniert es, aber eben nicht besser oder schlechter als ein Tampon.
    Beim Deo ist mir aufgefallen, dass die aluminiumfreien tatsächlich schneller versagen, als die normalen, aber dass ich damit immer nur an bestimmten Tagen Probleme bekomme. Z.B. wenn ich mich sehr fett- oder zuckerreich ernähre, dann scheint mein Körper stärker zu müffeln. Hm, noch ein Grund, auf die Ernährung zu achten…

    Viele Grüße,
    Pip

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  5. Es ist schön zu hören, dass ihr auch nicht alle perfekt seid 🙂 ich tu mich im Badezimmer auch sehr schwer. Habe inzwischen zwar ein Deo gefunden, mit dem ich im Alltag leben kann, bei wichtigen Terminen hab ich aber noch eins mit Aluminium im Schrank. Auch bei der Zahnbürste bin ich zurück zum Elektromodell. Aber mit der Haarseife komm ich inzwischen gut zurecht und auf Bodylotion kann ich inzwischen ganz verzichten. Mehr geht für mich zur Zeit leider nicht.

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  6. Hi Katja,

    Mir geht es auch so mit dem Deo. Bin wieder bei meinem Alten und stehe auch dazu. Was bringt es, wenn man sich nicht mehr wohlfühlt? Da gibt es viel zu viele andere Punkte, an denen ich angreifen kann. Das Problem mit den Shampooseifen kenne ich, allerdings habe ich das Problem, dass ich auf diverse Duftstoffe, auch natürliche, allergisch reagiere. Ebenso meine Tochter. Wir haben einen Shampoobar gefunden, der zu uns passt. Dazu habe ich 6 verschiedene Probeseifen ausprobieren müssen. Beim Zähneputzen verzichte ich auch nicht auf die elektrische Bürste. Schrubben ist immerhin noch wichtiger als Zahncreme. Als Zahncreme haben wir Zahntabletten mit Fluorid und kombinieren mit Xylith. Keine Löcher mehr 😊. Die Zahnärztin ist mehr als zufrieden.

    Liebe Grüße

    Steffi

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  7. Gabi

    Zum Thema Haarseife: Ich hatte anfangs auch enorme Bedenken, weil ich ebenfalls sehr dünnes fliegendes Haar habe. Das Geheimnis ist, nach der Seife eine „saure Rinse“ mit Apfelessig zu machen. Einfach ’nen Esslöffel Apfelessig auf ca. 1 Liter Wasser, damit Haare spülen. Ich spül sie danach nochmal mit klarem Wasser nach. Die Haare sind glänzend und griffig, benötige seitdem keinen Festiger mehr. Lassen sich super durchkämmen.
    Mit der Zahnpasta aus Kokosöl und Natron plus Birkenzucker bin ich mehr als zufrieden und selbst mein Zahnarzt meinte, meine Zahnstruktur hätte sich verbessert. Da braucht man keine Bedenken haben.
    Trotzdem finde ich es super, dass du dir zugestehst, wenn gewisse Dinge nicht gehen.
    Bei der Monatshygiene bin ich auf selbstgenähte Binden gekommen (früher für mich undenkbar). Seitdem hab ich keine Schmerzen mehr, fühle mich sauwohl und auch die Wascherei ist eigentlich kein Problem. Hab allerdings einige „Modelle“ probiert, bis ich welche richtig bequemen hatte.
    Liebe Grüße
    Gabi

    Gefällt 1 Person

    • Fussel

      Selbst mit reichlich saurer Rinse kann es sein, dass man mit Haarseife nicht klarkommt. Es spielen dabei noch viel mehr Faktoren mit: die Haarstruktur, das Wasser, die Seifensorte. Nicht selten probieren Leute ein Dutzend Seifen aus, bis sie mal die richtige finden. Oder es klappt gar nicht (bei mir ist das so). Also saure Rinse ist nicht das Zaubermittel, aber es KANN klappen.

      Wenn nicht: Wer einen Unverpackt-Laden in erreichbarer Nähe hat, kann dort auch seine Shampooflasche nachfüllen.Mach ich inzwischen so.
      Was auch gut ist: die Abstände zwischen den Haarwäschen erhöhen. Die Umstellung ist erst mal ein bißchen schwierig (bei manchen triefen die Haare dann erst mal ganz schön), aber die Haare gewöhnen sich mit der Zeit dran und fetten nicht mehr so stark nach. Ich habe mich bei Waschen aller 5-7 Tage eingepegelt, das funktioniert ganz gut.

      Gefällt 1 Person

  8. Fussel

    Menstruationstasse ist auch ein No-Go für mich. Plastik IM Körper tragen??? Brrr. Und das Handling würde ich auf Arbeit bzw. auf Reisen nie sauber hinkriegen. Abgesehen davon neige ich zu Entzündungen und da sind Fremdkörper Gift. Ich komm ja nicht mal mit Tampons klar…

    Deo ist bei mir erfreulicherweise kein Problem – ich schwitze so wenig, daß Waschen reicht.

    Bei den Wattestäbchen habe ich auch seit längerem die mit Pappstiel, überlege aber, mir ein Ohrlöffelchen zuzulegen. Zu DDR-Zeiten hatten meine Eltern eins, das fand ich völlig problemlos in der Handhabung. Die aus Bambus gefallen mir nicht, ich hätte auch Angst, daß es mal abbrechen könnte. Ich werde mal im Living-History-Bedarf nach Repliken von mittelalterlichen oder römischen Toilettebestecken suchen. Da sind an einem Ringlein immer ein Ohrlöffelchen, ein Zahnstocher und ein kleines Dings zum Fingernägel-schneiden, die sind aus Bronze oder Messing und sehr funktional und schick.

    Mit Backpulver oder Natron zum Zähneputzen habe ich auch ein Problem. Das greift die Zähne zu sehr an. Da ich schon bei einigen Zahnpasten Probleme mit dem zu groben Putzkörper habe, bleibe ich jetzt erst mal bei Zahnpasta, verwende sie aber sparsam und schneide am Ende die Tube auf, um die letzten Reste auch rauszubekommen. Die Zahnputztabletten hab ich auch mal ausprobiert, die sind mir aber auch zu grob. Der Mann einer Kollegin hat durch zu eifriges Putzen mit einer Zahnpasta mit etwas gröberem Putzkörper „Putzschäden“ (O-Ton Zahnarzt) an den Zähnen. Das will ich mir nicht antun, meine Beißer sind eh nicht sooo toll.

    Keiner kann perfekt sein und man hat auch nicht Kraft für alles. Deswegen: jeder muß sich seine Kämpfe selbst aussuchen.
    Darum suche sich jeder die Kampfplätze aus, wo seine Energie am besten eingesetzt ist und man am meisten erreichen kann 🙂

    Gefällt 1 Person

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