Nachdenkliches

Liebe Versandhändler: was soll der Quatsch???

Ich könnte mich ja ständig aufregen darüber, was der Menschheit so an neuen Quellen für den Einsatz von unnötigem Plastik einfällt. Da freut sich die Öffentlichkeit, dass es sich endlich immer mehr durchsetzt, dass Leute einen Beutel mit zum Einkaufen nehmen und der Verbrauch an Plastiktüten zurück geht. Gleichzeitig werden an einer neuen Stelle irrsinnige Mengen von neuem Plastik eingesetzt… Jahrzentelang bekam man „ein Paket“ oder „Pakete“. Heute kriegt man Plastiktüten geliefert. Ich sehe das täglich, wenn ich die Pakete von unserem onlineshop zur Post bringe. Fast niemand mehr bekommt einen Pappkarton … alle kriegen nur noch schlabberige, unförmige, zugeklebte Tüten. Ich verstehe es nicht. Mir ist klar, dass dies Platz und Gewicht einspart. Aber um welchen Preis? Es wird Plastikmüll produziert wo es nicht nötig wäre. Zumal die Klamotten da drin bestimmt nicht sehr ansehnlich sind nach dem Versand, so wie die Tüten meist aussehen. Und wenn die Kunden es zurück schicken, dann können sie zusehen, wie sie es verpackt bekommen. Denn wenn man die Tüte einmal aufhat dann ist sie in der Regel kaputt und kann nicht einfach wieder zugeklebt werden (so erlebt bei den Tshirts, die mein Mann sich bestellt hat). Das ist bei einem Paket einfacher, da braucht man höchstens Klebeband. Und auch wenn bei vielen Verbrauchern der Versandkarton auch letztendlich im Müll landet – so wenigstens im Papiermüll, wo die Recyclingquote ja um einiges besser als bei Plastik, das ohnehin nur verbrannt wird. Von den ganzen Kartons, die für ebay oder Geschenke einen zweiten Verwendungszweck finden mal ganz abgesehen.

Es ist daher nicht sehr weit her mit dem Umweltgedanken bei den Firmen, so sehr sie uns auch anderes glauben lassen wollen.

 

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Frust, Müdigkeit, Geldfragen und ich weiß nicht was noch

Was für ein Titel…… aber irgendwie passt es. Meine Zerowaste Bemühungen sind in den letzten Wochen eingeschlafen bzw. haben Pause gemacht. Ich habe wieder ganz „normal“ eingekauft, mich darüber gefreut, viel weniger Geld auszugeben und vor allem darüber, mit einem Supermarktbesuch alles für die Woche da zu haben. Nicht den Joghurt und die Milch hier, das Gemüse dort, Fleisch vom Markt usw. Es ist und war soviel entspannter.

Gleichzeitig waren da die immer wieder aufkeimenden Gedanken „Es bringt doch eh alles nichts“ und „in den unverpackt Läden wird auch (fast) alles in Plastik verpackt angeliefert“  ….. Warum soll ich für Reis und Nudeln ein Vielfaches bezahlen nur weil es unverpackt ist? Am liebsten wäre mir glaub ich echt ein Unverpackt-Laden, der nicht überwiegend Bio ist sondern einfach günstig und unverpackt. Ja… ich weiß warum Bio besser ist. Ich kenne genug Artikel über Arbeitsbedingungen, Pestizideinsatz etc. Warum fälle es mir und meinem Kopf dann so furchtbar schwer, einfach Bio/unverpackt einzukaufen in dem Wissen, dass es die bessere Wahl ist? Warum kann mein (nicht ganz doofes, wenn ich das mal so behaupten darf) Hirn das nicht ein für alle Mal verstehen, abhaken und machen?

Mit den Getränken klappt das ja komischerweise auch. Ich habe seit zwei Jahren mit einer Ausnahme (Berlin, zwei Flaschen) nicht einmal Getränke in Plastik-Einwegflaschen gekauft. Ich kaufe ohne nachzudenken die Mehrweg-Glaskästen und schleppe sie nach Hause. Vorteil ist allerdings, dass sie auch günstig sind, aber ich könnte ja auch rumjammern, dass sie schwer sind. Mach ich nicht. Abgehakt, Punkt, Fertig. Warum klappt das nicht mit den anderen Dingen? Ich habe das Gefühl, mein Kopf fährt jedes Mal Achterbahn. Neulich bei Edeka. Ich hatte die Wahl zwischen einer Gurke aus Holland für 0,69 EUR, einer aus einem Betrieb in der Nähe konventionell für 0,99 EUR und einer aus einem Betrieb in der Nähe in Bio für 1,49 EUR. Nachdem ich fünf Minuten (das ist KEINE Übertreibung) durch die Gemüseabteilung gegangen bin, habe ich die Hollandgurke wieder weggelegt und die für 0,99 EUR gekauft. Zu der Biogurke konnte ich mich nicht durchringen, obwohl sie so richtig schön krumm und gurkie aussah. WARUM? Wegen 0,50 EUR Unterschied? Ich weiß es nicht. Ich verstehe es ja selbst nicht….

Ich würde mich freuen, von euch zu hören!! Geht es euch auch manchmal so? Oder seid ihr in euren Entscheidungen ganz fest und glücklich und schwankt nie?

Weil ich aber ganz tief in mir drin weiß, dass Aufgeben keine Lösung ist, werde ich mich auch wieder einkriegen. Witzigerweise hatte ich das letztes Jahr genau auch im August auch so. Daher werde ich diesen Monat jetzt einfach mal so stehen lassen und zuende führen. Und ab September bemühe ich mich dann wieder mehr und freue mich auch irgendwie auch schon wieder drauf… Ich bin wohl echt ein bißchen gaga… Zur Unterstützung habe ich in meiner facebook Gruppe Zero Waste Hannover angefragt, ob wir nicht mal ein Treffen im LoLa Loseladen machen wollen. Und so werden wir uns am nächsten Mittwoch, 31.08.2016 dort um 16.00 Uhr auf einen Kaffee zum einkaufen und kennen lernen treffen. Das wird mich bestimmt wieder aufbauen!

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Palmöl

Alle, die ein bißchen ökologisch interessiert sind, wissen sicher, was Palmöl ist und auch um die Problematik drum herum.Dieser Artikel aus der Schrot & Korn hat mich sehr nachdenklich gemacht.

Wenn man mal genauer hinsieht, dann ist es echt erschreckend, wo überall Palmöl drin ist. Bei Bio-Anbietern wird dieses auch wenigstens gekennzeichnet, bei herkömmlichen Produkten ist es oft unter dem Sammelbegriff „pflanzliche Fette“ versteckt. Da wird es einem nicht so leicht gemacht, Palmöl zu vermeiden. Hier in diesem Blogbeitrag von „einfachöko“ wird das sehr ausführlich und ganz toll zusammen gestellt.

Ich wollte gestern eine Nussbutter/ein Nussmuß kaufen (zum Backen), musste aber feststellen, dass z.B. von Rapunzel alle Sorten außer Erdnusmuß Palmöl enhalten. Auch wenn es sich dabei um Biopalmöl handelt, so ist dies doch nicht ganz unproblematisch. Ich könnte mir Nussbutter auch selbst machen, aber dann muss ich erst mal an verpackungsfreie Nüsse kommen (die Mandeln bei Lidl sind gesalzen und Cashews gibt es da nicht mehr). Wenn also jemand einen Tip für mich hat – immer her damit.

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Verpackungsfreie Läden

bulkshopping

Man hört ja jetzt doch immer öfter, das in vielen Städten verpackungsfreie Läden aufmachen. Auch Hannover wird nächstes Jahr einen bekommen, LoLa steht in den Startlöchern. Eine Frage beschäftigt mich jedoch sehr – wie läuft das in den Läden eigentlich mit dem Kassieren und Abwiegen? Ich habe jetzt einige Male gelesen, dass man Sticker auf seine Behälter bekommt, wie beim Supermarkt in der Obst und Gemüseabteilung. Ehrlich gesagt finde ich das total daneben – ich verzichte auf die Verpackung und muss dann einen größeren Aufkleber entsorgen?? Irgendwie doch kontraproduktiv, oder? Ich stelle es mir idealer vor, wenn man beim Einkaufen die entsprechenden Produktnummer notiert (auf einem Schmierzettel zum Beispiel) und seine Behälter mit dem Taragewicht versieht (z.B. mit wasserfestem Marker auf Gläsern und Stoffstiften auf Beuteln). Dann müsste das an der Kasse doch auch gehen, oder? Von einigen Läden habe ich auch gehört, das man dort nur mit den von dort angebotenen Behältern einkaufen darf, ich weiß leider nicht mehr, welche Läden das waren. Für mich wäre das der Knackpunkt – ich würde es nicht einsehen, teurer in einem unverpackt-Laden einzukaufen wenn ich dafür zig Sticker produziere. Das ist auch ein Grund, warum ich einen bestimmten kleinen Bioladen in meiner Nähe meide, weil man da sein Obst und Gemüse selbst abwiegen und mit einem Sticker versehen muss! In einem sehr übersichtlichen Bioladen meines Erachtens total überflüssig.

Ich würde mich über eure Erfahrungen in den Kommentaren freue!

Nachtrag: Ich meinte nicht die Aufkleber fur das tara gewicht, denn die können ja in der Regel drauf bleiben bzw. ich ging davon aus, dass ich die permanent auf die Behälter / Beutel schreiben könnte. Mir ging es um den Aufkleber mir dem Preis für die abgewogene Menge / den Inhalt. Der ist nur für den einmaligen Gebrauch und damit auch nicht viel weniger schlimm als eine ganze Verpackung. Ich bin etwas überrascht, dass die meisten, die kommentiert haben, das nicht so zu stören scheint. Ist es denn übertrieben, zu denken, dass wenn man schon verpackungsfrei einkauft und dafür auch einen sehr viel höheren Preis bezahlt, man auch wirklich KEINEN Müll produzieren möchte? Für mich wäre es z.B. auch ein NoGo, wenn ich in dem Laden erst bestimmte Verpackungen kaufen müsste (wenn sie auch dann immer wieder benutzt werden kann) und nur die immer wieder verwendet werden dürfen. Denn ich habe reichlich Aufbewahrungsdosen und Gläser… Also wenn, dann muss es ohne Zusatzausgaben und ohne neue, eigentlich nicht benötigte Gefäße gehen. Für mich ist das sonst nur eine halbe Sache. Aber offensichtlich bin ich da zu extrem..

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Nix für mich….

Es ist nicht einfach, die eigenen Bemühungen nicht zu klein zu reden. Wenn ich mich im Internet so umsehe, dann sehe ich ganz viele Möglichkeiten, auf Plastik zu verzichen. Ich schwanke oft zwischen völliger Verzweiflung, nicht genug zu machen und trotzigem „ich will das alles auch gar nicht mitmachen“. Na ja, letztendlich habe ich in punkto Hygiene/Badezimmer vieles in den letzten Monaten ausprobiert und versucht, es gut zu finden. Aber heute sage ich mal ganz offen, das manches „nix für mich“ ist.

Deo ohne Aluminium: Ich weiß, ich weiß. Es ist schlecht für uns und auf einmal kommt jeder Deohersteller auch mit welchen, die ohne Aluminiumsalze auskommen. Ich habe ein konventionelles und eines von Weleda im Pumpzerstäuber (schweineteuer, fast 10 EUR!) ausprobiert. Aber Leute, ich sage euch – das halte ich nicht aus. Ich rieche wie ein Puma und kann mich selbst nicht leiden. Ich weiß, dass der Körper eine Umstellungsphase braucht, aber länger als 10 Tage habe ich es nicht ausgehalten. Ich nehme wieder normales Deo und fühle mich wohl. EDIT: Ich habe jetzt eines gefunden (bei aldi !!), das hat kein Aluminium und funktioniert bei mir trotzdem. Ist also zwar Müll, aber immerhin nicht gesundheitsschädlich).

Menstruationstasse: Ich habe sie mehrere Zyklen ausprobiert (allerdings nicht durchgehend) und ich komme einfach nicht klar damit. Siehe das Update weiter unten!! Wenn ich sie trage, muss ich alle paar Minuten zur Toilette, sie drückt irgendwie auf die Blase oder sonst wo drauf. Das Einsetzen ist auch nicht so easypeasy wie viele schreiben. Ich mag es einfach nicht. Vielleicht habe ich das falsche Modell, die falsche Größe, was weiß ich. Aber ich sehe auch nicht ein, noch einmal 30 EUR für eine andere auszugeben, nur damit die dann vielleicht auch nicht passt. Ich benutze wieder Tampons und bin zufrieden. Allerdings habe ich waschbare Slipeinlagen, die ich zusätzlich nehme, sozusagen als Schutz. Gegen Ende der Regel reicht sie auch so aus. So produziere ich wenigstens keinen Müll dafür. EDIT: Nachdem ich jetzt gehört habe, dass in Tampons große Rückstände von Glyphosat nachgewiesen wurde, werde ich mir fürs nächste Jahr vornehmen, es noch einmal mit Menstruationstassen zu versuchen. Vielleicht probiere ich ein neues Modell aus. Nochmal EDIT: Ich habe eine gefunden (Lunette) die besser zu mir passt und was soll ich euch sagen: es war supereasy und hat überhaupt nicht gestört. Ich habe bei meinem letzten Zyklus nicht einen Tampon gebraucht und somit keinen Extramüll produziert. Ich habe jetzt eine, die etwas kürzer ist und vor allem habe ich festgestellt, dass ich sie wohl immer viel zu weit rein geschoben habe, daher hat sie auch so gedrückt. Das Tragen war sehr angenehm und ich musste nach den ersten zwei Tagen nur noch morgens und abends wechseln / ausleeren. Kein Vergleich zu vorher!

Wattestäbchen: Ich nehme sie weiterhin, aber ich habe jetzt welche, die in der Mitte aus Pappe sind und nicht aus Plastik. Auch die Verpackung ist aus Papier mit einem kleinen Plastiksichtfenster.

Zahnpasta/Zahncreme: Viele machen diese ja selbst mit Kokosöl und Natron. Aber ganz ehrlich: meine Zähne sind ohnehin nicht die besten, und ich möchte nicht in ein paar Jahren denken „warum habe ich das nur gemacht“, falls es doch auf Dauer nicht so gesund ist wie jetzt alle meinen. Und ganz ehrlich? Eine Tube Zahncreme alle paar Wochen fällt nun wirklich nicht so ins Gewicht. Da kann man bei Lebensmitteln im täglichen Gebrauch mehr Müll sparen.

Zahnbürste: Holz- bzw. Bambuszahnbürsten, wahlweise mit Naturborsten oder Nylonborsten – es gibt alles. Ich habe eine ausprobiert, weil ich sie netterweise als Zugabe bei eine meiner kivanta Bestellungen geschenkt bekommen habe. Es war ok, aber mehr auch nicht. Sie war für mich zu weich (ok, ich könnte eine härtere nehmen), aber ich mochte auch das Gefühl von Holz im Mund nicht. Wir haben schon immer eine Zahnbürste von dm gehabt, bei der ich nur den Kopf auswechsle, der Griff ist schon ewig der gleiche. Ich spare daher den größten Teil des Mülls ein, der sonst beim Wechseln der Zahnbürste entstehen. Und der stolze Preis der erhältlichen alternativen Zahnbürsten überzeugt mich auch nicht wirklich. EDIT: ich habe jetzt eine mit mittlerer Härte und komme sehr gut klar damit. An das Gefühl von Holz im Mund habe ich mich gewöhnt und ich werde sie weiter benutzen.

Haarseife/Shampoobar: Ich habe sowohl welche von Lush (ganz am Anfang als ich noch  nichts von den bedenklichen Inhaltsstoffen wusste) als auch von einer Seifenmanufaktur ausprobiert. Ich habe feines und dünnes Haar, das ohnehin sehr problematisch ist. Und ich kam mit den festen Alternativen nicht zurecht. Von Lush hat meine Kopfhaut ganz furchtbar gejuckt. Von der Haarseife war mein Haar irgenwie strohig und pappig. Das habe ich nicht ertragen. Ich habe jetzt ein Shampoo von alverde (dm), Naturkosmetik und in einer Flasche, die zu 96% aus recycletem Kunststoff besteht. Damit bin ich zufrieden und fühle mich wohl in meiner Haut.

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Fazit Aldimonat

Der Monat ist vorbei und ich muss ehrlich sagen, dass ich ganz froh darüber bin! Allerdings aus ganz anderen Gründen, als ich es am Anfang des Monats gedacht habe. Es hat sich auf jeden Fall das gezeigt, was ich bezwecken wollte. Das Einkaufen war wesentlich entspannter oder besser gesagt unaufgeregter. Und wir haben mindestens 150 EUR weniger für Lebensmittel ausgegeben, als in sonstigen Monaten. Gestört hat mich das höhere Müllaufkommen nur bedingt.. das hätte ich mir stärker vorgestellt. Aber (jetzt kommt das aber….) es war irgendwie… unsexy.  Ich weiß gar nicht wie ich es beschreiben soll. Einkaufen im Diskounter und ausschließlich im Diskounter ist so langweilig. Wenn man wie ich gerne kocht und Lebensmittel einfach gerne mag, dann ist das echt öde. Am Ende habe ich die Tage gezählt und freu mich schon auf den Markt am Samstag und auf meine Biokiste am Donnerstag. Und die Auswahl war zum Teil wirklich bescheiden (und ich habe abwechselnd in drei verschiedenen Aldis eingekauft). Was mich auch sehr gestört hat, ist dass die Qualität des Gemüses suboptimal war. Grüne Tomaten (und das im August!!), welke Zucchini, labberige Gurken… na ja. Und immer nur die gleichen Sachen. Die Obstauswahl war dagegen sehr gut und auch lecker. Gute Birnen, leckere Pfirsiche und reife Mangos. Da kann man nicht meckern. Das Fleisch war geschmacklich ok (ja, ich weiß, das es nicht von glücklichen Tieren kam) und der Wurstaufschnitt sah zwar sehr appetitlich aus… aber irgendwie schmeckte alles ähnlich. Jedenfalls werde ich zukünftig wieder Wurst und Fleisch bei Edeka an der Theke, Obst und Gemüse wo immer ich gerade bin und Milchprodukte sowie Käse im Bioladen kaufen. Und alles andere einfach nicht mehr ganz so verbissen sehen – denn der entspannte Aspekt hat mir sehr gut gefallen!

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Experiment Aldi

Gleich nach unserem Urlaub wurde mein Mann krank. Nichts sehr schlimmes, aber immerhin ein Ausfall von zwei Wochen. Wer auch selbständig ist, weiß, dass ein Ausfall insbesondere in einem Ein- bzw. Zwei-Mann-Unternehmen immer teuer wird.. Gleichzeitig macht im August meine BioKiste Lieferpause, weil die Urlaub haben. Da das Geld im Moment also etwas sehr zusammen gehalten werden muss (wir haben Rücklagen, aber die sollen für extreme Notfälle sein), habe ich mich daher für ein Experiment entschieden.. ein Experiment, dass wahrscheinlich bei vielen meiner Leser auf absolutes Unverständnis stoßen wird. Ich werde einen Monat lang nur bei Aldi einkaufen. Ich habe mir drei Ausnahmen gesetzt: Getränke werden weiterhin nur in Pfandflaschen gekauft, Hackfleisch sofern ich es brauche, von der Frischetheke (ich mag das Abgepackte nicht) und Beeren werden auf dem Markt gekauft, da gerade Saison ist und die Saison ohnehin nur so kurz ist.

Nun werdet ihr sicher wissen wollen, warum… Ich sehe es neben dem Aspekt, dass wir diesen Monat so wenig wie möglich ausgeben wollen / können ein bißchen wie fasten. Ich habe mich in den letzten Monaten mit dem Thema Einkaufen / Herkunft der Lebensmittel / Ethik beim Einkaufen etc. so stark auseinandergesetzt, dass ich wirklich gestresst war. Ich bin zu mehreren Einkaufsstätten gefahren um alles so verpackungsarm wie möglich zu bekommen. Dort habe ich zum Teil wahlloser als sonst gekauft, wenn ich Neues und Interessantes gesehen habe. Dann gab es streßbedingt doch noch genug Einkäufe im Supermarkt, da hatte ich dann wieder ein schlechtes Gewissen. Ich habe das Gefühl, als muss ich mich komplett auf Null resetten. Und da dachte ich mir, ich kaufe einfach mal so wenig wie möglich und so günstig wie möglich. Ich muss dann nicht mehr ständig überlegen, wenn z.B. Senf alle ist, welcher es noch mal war, der auf Gen-Senf getestet war und wo ich den am ökolögischsten und besten kaufen kann. Das ganze macht mir echt Streß, meist stört mich das nicht aber in letzter Zeit hat es mich total genervt.

Ich habe Aldi gewählt, weil die von den Diskountern in meinen Augen am wenigsten Auswahl bieten (obwohl es immer noch genug ist, aber gefühlt nicht so wie Netto oder Lidl. Außerdem habe ich bei Aldi (Nord) nicht noch die mich vor Entscheidung stellenden Markenprodukte sondern nur deren Eigenmarken. Außerdem gibt es einen Markt, der direkt neben meiner Arbeit liegt, so kostet es so wenig Zeit wie möglich. Was es da nicht gibt, gibt es diesen Monat nicht.

Gleichzeitig möchte ich meine Vorräte reduzieren (passend dazu ist unser zweiter Tiefkühlschrank kaputt gegangen und wir kochen gerade recht kreativ..) und mal in  mich hineinhorchen, wie es mir geht, wenn ich entgegen dem, was ich in den letzten zwei Jahren so über die Lebensmittel gelernt habe, handele. Außerdem geht es mir ja vorrangig um das Vermeiden von Verpackungsmüll, ich bin kein 100% Plastikgegner und kaufe auch sonst nicht zu 100% Bio ein. Ich werde dieses Experiment also gleichzeitig dazu nutzen, zu testen, wie man das Einsparen von Verpackungsmüll auch in einem Discounter umsetzen kann. Denn eine Vielzahl der Menschen kann aufgrund des Einkommens nur im Discounter einkaufen und hat nicht die Wahl. Ich mache das freiwillig jetzt mal für einen Monat und werde sehen, wie es mir geht. Ich werde während diesen Monats darüber reflektieren, was ich überhaupt kaufen „muss“ – denn ich versuche, so wenig wie möglich zu kaufen und zu sehen, ob es Alternativen gibt, die man selber machen kann. Ich werde also jetzt nicht einen Monat lang Fertigessen kaufen, sondern im Gegenteil ganz minimalistisch einkaufen und das eben so billig wie möglich.

Stresst euch diese Vielfalt beim Einkaufen auch manchmal? Ich habe mal versucht, einfach alles bio zu kaufen, um mir die Entscheidung abzunehmen. Aber da macht mein Kopf nicht immer mit… die Preisunterschiede sind so enorm, das ich da manchmal mich nicht überwinden kann.. auch wenn mein Kopf weiß, dass es wahrscheinlich die bessere Qualität ist. Meine Traumvorstellung von meinen Lebensmitteln ist, nur noch ein Öl, ein Essig, eine Sorte Nudeln etc. zu haben. Wenn die alle ist, wird eine neue Sorte gekauft. So macht Bea Johnson es und ich finde das toll. Aber ich habe oft Rückfälle und meine dann, Auswahl haben zu müssen.

Ich hoffe die Gedankengänge waren jetzt nicht zu wirr und ihr bleibt mir treu 😉

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Konsequenz oder Toleranz?

Ich war heute  mit meinem Mann einkaufen. Wir gehen gerne Lebensmittel einkaufen und stöbern auch gerne mal durch Supermärkte. Heute brauchten wir auch wirklich etwas, sind also nicht nur zum Spaß losgezogen. Und da beginnt mein Dilemma… Einige der Dinge, die er in den Einkaufswagen gelegt hat, waren nicht unverpackt und hätten auch im Bioladen ohne Verpackung gekauft werden können (Käse). Einige der Dinge, die ich gekauft habe, hätten ebenso an anderer Stelle ohne Verpackung gekauft werden können (Gemüsezwiebeln, Paprika). Aber will ich am Ostersamstag durch weitere drei Läden laufen? Nein.. Ich bin bei uns hauptsächlich fürs Einkaufen zuständig. Mein Mann teilt meine Bemühungen, Müll zu vermeiden, aber er ist nicht ganz so enthusiastisch wie ich. Und ich möchte auch beim Einkaufen nicht ständig „Nein“ sagen, wie wenn man einem Kind die Süßigkeiten verweigert. Ich suche noch das Mittelmaß.

Ich glaube, das Geheimnis bleibt nach wie vor die bessere Planung. Ich hätte mir auch ein paar Tage vorher überlegen können, was ich brauche. Dann hätten wir gar nicht losgemusst oder es wäre eben nur der Käse gewesen. Oder wir hätten einen „Einkaufsbummel“ durch einen Biosupermarkt gemacht.

Das positive: die Gurken waren ohne Hülle, beim Joghurt haben wir uns für das Pfandglas entschieden und insgesamt hält sich der „Schaden“ in Grenzen.

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Jeder kann etwas tun – auch kleine Dinge zählen!!

Angeregt von einer Unterhaltung auf Facebook möchte ich meine Gedanken auch mit euch teilen. Ich denke oft, das meine Bemühungen, weniger Müll zu produzieren, so wenig wirkungsvoll sind. Was macht es für einen Unterschied, ob ich die Milch in Pfandflaschen kaufe oder mein Brot in einen Baumwollbeutel tue? Manchmal kommen diese Gedanken noch, aber immer weniger. Es ist wie alles eine Gewöhnungssache und vor allem trägt mich folgender Gedanke: Stellt euch einmal vor, jeder würde pro Einkauf nur einen oder zwei Gemüsebeutel liegen lassen und stattdessen einen Baumwollbeutel nehmen (oder für z.B. Bananen ganz darauf verzichten). Das wären auf die gesamte Menschheit gesehen unglaublich viele eingesparte Tüten und Beutel! Es stimmt eben NICHT, das es keinen Unterschied macht. Und so habe ich mich heute bei meinem Edeka Einkauf, bei dem auch Nudeln in Tüten und TK-Brötchen in Tüten dabei waren, trotzdem gut gefühlt, denn mein Brot steckte in eine Baumwolleinkaufstasche und Zwiebeln und Kartoffeln waren friedlich in ihren eigenen Netzbeuteln neben der Biomilch in der Pfandflasche. Ich habe heute ganz ohne Anstrengung also zwei Tetrapaks, zwei Plastiktütchen und einne Papier-Plastikbeutel eingespart. Das ist eine Menge finde ich! Ach ja, und an der Aufschnitttheke habe ich die Verkäuferin gebeten, die verschiedenen Sorten nach dem Abwiegen alles in ein Stück Papier zu verpacken. Hat sie auch ohne Probleme gemacht. Zwar immer noch nicht ohne Müll, aber mit weniger. Und das ist ja mein Ziel!

 

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Gemüsekistendilemma

Seit ewigen Zeiten spiele ich mit dem Gedanken, eine Gemüsekiste zu abbonieren. Es gibt in der Gegend auch zwei Anbieter, jedoch hat mich immer etwas abgehalten – nämlich, dass beide an einem Tag liefern, an dem ich erst frühestens um halb sieben zu Hause bin. Die Lieferung würde also den ganzen Tag im Hausflur stehen (beide würden einen Schlüssel nehmen und es ins Treppenhaus (Mehrfamilienhaus) stellen. Milch und Joghurt könnte ich dann allerdings nicht mitbestellen, genau so wenig wie Käse. Damit habe ich mich jetzt erstmal abgefunden.

Also habe ich neulich eine Probekiste bestellt bei einem der Anbieter, der mir eigentlich lieber war, weil von dort viele Produkte vom eigenen Hof kommen. Habe einen Nachbarn gebeten, die Tür beim Klingeln aufzumachen, einen Schlüssel in einem Umschlag an die Tür geklebt mit Aufschrift „Für den xxx Hof-Fahrer“. Abends kamen wir dann ganz gespannt nach Hause… und waren echt enttäuscht. Der Schlüssel klebte noch immer an der Tür… In der Kiste (eine Bürokiste mit Obst und Gemüse, wo das meiste zum so verzehren gedacht war, also kein Kürbis etc) waren 7 (sieben!) Bananen, die extrem reif waren (so reif, dass sie nach zwei Tagen nur noch für Bananenmuffins zu gebrauchen waren), eine Ananas, die noch sehr unreif war (merkte man sofort, hätte ich so nie gekauft). Das für mich aber Blödeste war, dass die Mehrweg-Pfand-Kiste mit einer riesigen Plastiktüte ausgekleidet war, in dieser lagen die Lebensmittel. Ich habe also eine freundliche email an die Firma geschickt in der ich gefragt habe, ob die Tüte wieder mitgenommen werden würde bzw. ob ich eine Kiste ohne Tüte bekommen könnte. Die Qualität der Bananen und Ananas habe ich nicht erwähnt, das kann ja auch einfach nur Pech gewesen sein. Die Antwort war ernüchternd – man sei wegen hygienischer Vorschriften gezwungen, die Tüte zu benutzen, sie würde auch weder wieder mitgenommen noch erneut verwendet werden. Ich solle sie einfach entsorgen. Jo. Bestimmt.

In meiner Enttäuschung bzw. eigentlich auch meinem Ärger über soviel Ignoranz (mal ganz ehrlich – ich sehe ja ein, dass die Hygiene bei Fleisch etc. ein Argument ist. Aber Obst und Gemüse??) habe ich den anderen Anbieter angeschrieben und vorab gefragt, ob bei denen die Kisten auch mit Tüte ausgekleidet sind. Und die Anwort war so toll… Dort wird direkt in die Kiste gepackt, lediglich z.b. Rosenkohl und Pilze werden in einer Papiertüte gepackt. Wenn ich es möchte, würde man die aber auch weglassen und alles lose hineingeben. Und dann wies sie noch darauf hin, dass die Kiste aus Plastik sei und ich auf Wunsch die Lieferung auch in einem Pappkarton erhalten könnte. Hammer oder? Ich habe nett geantwortet, dass Mehrwegplastik völlig in Ordnung sei. Ist ja wohl klar, wo ich jetzt demnächst meine Kiste bestelle, oder?

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